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Krankheiten

Kleines Krankheiten – Lexikon für Hunde und Katzen

© Copyright bei N. Steins, 46519 Alpen und N. Schöllhorn, 88048 Friedrichshafen  

Einleitende Bemerkungen:

Dieses Lexikon behandelt vorrangig die klassischen Infektionskrankheiten bei Hunden und Katzen. Es soll später auch auf speziellere Erkrankungen ausgeweitet werden. Wer mir dabei behilflich sein will, der ist natürlich sehr willkommen!

Vielleicht vermissen sie bei den Krankheiten den Punkt „Behandlung“. Hierzu werde ich an diese Stelle nichts sagen, denn ich bin kein Veterinär. Die Behandlung sollte immer nach genauer Untersuchung jedes einzelnen Falles durch einen autorisierten Fachmann und nach genauer Besprechung im Einverständnis mit dem betroffenen Besitzer erfolgen. Ich halte nichts von „Internet-Heilern“ oder „Internet-Diagnosen“. Daher soll die folgende Auflistung auch nur einige Hintergründe zu den Krankheiten liefern, sie soll informieren und Interessierte auf Gefahren hinweisen.

Für diese Einstellung bitte ich um Verständnis.

Was ich jedoch versuche, ist Ihnen einen Weg aufzuzeigen, wie Sie bei Verdacht auf eine bestimmte Krankheit herausfinden können, ob Ihr Tierarzt wirklich auf die Symptome eingeht und sich mit der Krankheit auskennt. Auf welche Dinge Sie während der Behandlung achten sollten. Notieren Sie sich immer genau, was wann wo und warum gemacht wurde. Hinterfragen Sie das auch bei Ihrem Therapeuten.

In vielen Fällen kann der Besuch eines Tierheilpraktikers oder Tierhomöopathen angebracht sein. Auch hierzu wollen wir Ihnen ein paar Tipps geben.

Selbstverständlich kann dieses Lexikon keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit geben. In jedem Fall empfiehlt sich bei ersten Krankheitsanzeichen der Besuch eines Fachmanns. Sie sollten dann sofort den Tierarzt Ihres Vertrauens zu Rate ziehen.

Bei der Zusammenstellung der Fakten habe ich mich auf zahlreiche Literatur in Druck und Net gestützt. Weitere Informationen kamen durch Befragen von Spezialisten wie Veterinäre, Tierheilpraktiker und Spezialisten zusammen, die sich tagaus, tagein mit Tieren und ihren spezifischen Problemen beschäftigen.

 

HUNDEKRANKHEITEN

Parvovirose

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung.

Übertragungsweg:

Kot infizierter Tiere.

Beschreibung:

Der Parvovirus hat eine wesentlich längere Lebenszeit als die meisten anderen Viren. Daher ist jeder Hundehaufen eine potenzielle Gefahr. Vorsicht ist daher auch bei "Stinkbomben" auf dem Gehsteig angebracht, wenn die Schuhsohle damit in Kontakt gekommen ist!

Die Parvovirose ist eng verwandt mit der Katzenseuche.

Auswirkungen:

Der Virus befällt den Darm. Er löst einen schweren Brechreiz und blutigen Durchfall aus. Dadurch droht der Hund auszutrocknen. Die Darmwand wird zerstört. Unter Umständen können Bakterien und Toxine können in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung hervorrufen. Möglich ist auch eine Herzmuskelentzündung, die jedoch nur bei jungen Hunden im Alter bis zu 5 Monaten auftritt. Hier kann es innerhalb von 2 Tagen zum Tod kommen. Ist jedoch bei Hunden jeden Alters die erste Woche überstanden, sind sie außer Lebensgefahr.

Prophylaxe/Impfung:

Einzig sinnvolle Propylaxe ist eine jährliche Impfung des Hundes.

 

Staupe

Krankheitsgruppe:

Virusinfektion

Übertragungsweg:

Tröpfcheninfektion. Direkter Kontakt zwischen Hunden. Hochgradig ansteckend!

Beschreibung:

Diese Erkrankung tritt in unterschiedlichen Formen auf. Meist erfolgt zunächst ein starker Fieberschub, bei der die Krankheit noch nicht als solche erkannt wird. Erst nach knapp einer Woche kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion, verbunden mit zahlreichen schweren Sekundärinfektionen. Augen- und Nasenausfluss, eine Lungenentzündung, Gastroenteritis sowie Symptome des Zentralen Nervensystems können auf eine Staupe hinweisen.

Daneben kann es zu schweren Sekundärinfektionen kommen.

Die Krankheit endet oft tödlich.

Auswirkungen:

Anzeichen für Staupe sind Fieber, Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Parallele Erscheinungen sind ein wässrig-klarer Augen- und Nasenausfluss, der später zähflüssig wird. Gefürchtet ist die nervöse Form der Staupe. Der Virus verursacht Schädigungen am Gehirn. Dies äußert sich in psychischen Veränderungen, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen (auch „Staupe-Tick“ genannt). Weitere mögliche Folgen: Staupe-Gebiss, Hyperberatose des Nasenspiegels und der Fußballen.

Prophylaxe/Impfung:

Vermeidung von Kontakten zu infizierten Tieren.

Eine Impfung ist möglich; diese muss jährlich wiederholt werden.

 

Leptospirose

Krankheitsgruppe:

Bakterielle Infektion. Auch „Stuttgarter Hundeseuche“ genannt. Kommt eher selten vor.

Übertragungsweg:

Direkter Kontakt mit dem Urin, Fleisch oder Bisse infizierter Tiere. Eine Übertragung auf den Menschen ist ebenfalls möglich!

Beschreibung:

Hauptwirt der Bakterien sind Ratten, Hamster, Igel, Maulwürfe, aber auch Füchse, Schlangen und Eidechsen. Ausgangspunkt der Erkrankung sind bakterielle Erreger, die über längere Zeit in Pfützen o.ä. überleben. Trinkt der Hund daraus, kann er sich infizieren.

Auswirkungen:

Hervorzuhebende Symptome sind Durchfall, starker Durst, Gelbsucht, Hohes Fieber, Atemnot, Nasenbluten, Blutungen der Schleimhäute, Kreislaufinsuffizienz, Erbrechen (Dehydration). Niere und Leber sowie die Augen können befallen werden. Ebenfalls möglich sind Störungen des Zentralen Nervensystems. In schweren Fällen kommt es zum Kreislaufversagen und zum Tod.

Eine Heilung ist in leichten Fällen mit Antibiotika möglich.

Das Überstehen der Krankheit kann chronische Nierenschädigungen hinterlassen.

Prophylaxe/Impfung:

Durch eine gewisse Hygiene beim Trinknapf sowie die Verhinderung von Wasseraufnahme des Hundes aus abgestandenen Pfützen o.ä. kann die Übertragung der Krankheit verhindern.

Eine jährlich zu wiederholende Schutzimpfung ist empfohlen.

 

Zwingerhusten

Krankheitsgruppe:

Bakterielle oder Virusinfektion, die den Respirationstrakt befällt.

Übertragungsweg:

Direkter Kontakt mit infiziertem Tier. Kann auch vom Grippevirus des Menschen auf den Hund übertragen werden. Der Zwingerhusten ist hochgradig ansteckend.

Beschreibung:

Die Krankheit ist überall dort vermehrt anzutreffen, wo viele Hunde zusammen sind. In Tierheimen oder Tierpensionen zum Beispiel tritt der Zwingerhusten öfter auf. Gerade in Verbindung mit Stress oder veränderten Lebensumständen sowie einem schwachen Immunsystem kann Zwingerhusten bei Hunden zum Ausbruch kommen. Dies geschieht vorwiegend im Frühjahr und im Herbst.

Auswirkungen:

Die Krankheit verursacht eine Entzündung der Luftröhre. Folge ist ein heiseres, trockenes Husten. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann sie das Atmungssystem in manchen Fällen wesentlich und dauerhaft schädigen.

Tödlich endet die Krankheit allerdings selbst bei Nichtbehandlung selten. Ihr Verlauf ist im Gegenteil eher harmlos und heilt innerhalb von 14 Tagen selbst ab. 

Prophylaxe/Impfung:

Eine Impfung ist möglich, jedoch nicht so sicher wie bei den meisten anderen Infektionskrankheiten.

 

Hepatitis

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung. Wird auch als Leberentzündung bezeichnet.

Übertragungsweg:

Orale Aufnahme von Urin, Kot oder Speichel infizierter Tiere (Tröpfcheninfektion). Hepatitis ist hochgradig ansteckend. Es besteht eine hohe Letalität.

Beschreibung:

Die Hepatitis ist eine weltweit anzutreffen. Verlauf ist ähnlich der Staupe.

Auswirkungen:

Erste Anzeichen sind Fieber. Es folgt Lustlosigkeit, Verweigerung von Futteraufnahme, Schmerzen im Bereich des Abdomens. Die erkrankten Hunde vermeiden jede Bewegung. Es kommt zu einer Korneatrübung, Augen- und Nasenausfluss, Erbrechen und teilweise zu Durchfall.

Folgen der Krankheit sind schwere Leber- und Nierenschäden mit all dem daraus resultierenden negativen Begleiterscheinungen wie Störungen in der Blutgerinnung.

In schweren Fällen kann sie innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

Prophylaxe/Impfung:

Eine jährlich zu wiederholende Impfung ist angebracht und bietet hohe Sicherheit.

 

Tollwut

Krankheitsgruppe:

Virusinfektion.

Übertragungsweg:

Durch Bisse, selten durch Wundinfektion. Wichtig bei der Tollwut ist eine vergleichsweise lange Inkubationszeit.

Beschreibung:

Nach wie vor eine der gefährlichsten Erkrankungen für Mensch und Tier. Hauptinfektionsquelle sind wildlebende Fleischfresser (Füchse). Infizierte Tiere scheiden Tollwutviren aus. Das Gefährliche ist, dass diese Tollwutviren sowohl vom Menschen auf das Tier, als auch umgedreht übertragen werden.

Auswirkungen:

Die Erkrankung befällt das Nervensystem und verursacht starke Charakterveränderungen. Im Endstadium kommt es zu Krämpfen und Lähmungen.

Die Krankheit endet immer tödlich. Der Tod tritt innerhalb einer Woche auf.

Prophylaxe/Impfung:

Eine Tollwutschutzimpfung ist heute Standard. Sie ist sehr effektiv und sicher. Der Impfstoff bildet Antikörper auf ca. 3 Jahre; Tierärzte und Pharmaindustrie empfehlen jedoch die jährliche Auffrischung des Impfschutzes. Tollwutimpfungen sind zwingende Voraussetzung für Reisen ins Ausland und werden in jeder gut geführten Tierpension oder sonstigen Einrichtung gefragt. In Gebieten mit Tollwutfällen werden Tiere ohne gültigen Impfschutz von Amts wegen eingeschläfert.

 

Tuberkulose

Krankheitsgruppe:

Bakterielle Infektion.

Übertragungsweg:

Der Hund kann Tuberkulose auch auf den Menschen übertragen! Aber auch Menschen, bei denen Tuberkulose diagnostiziert oder möglich ist, sollten keinen Kontakt zu Hunden haben, da Tbc auch auf diesem Wege übertragen werden kann.

Beschreibung:

Die Tuberkulose kommt beim Hund sehr selten vor. Sie befällt alle Organe. Am stärksten sind die inneren Organe, dabei vorwiegend Lunge und Darm betroffen. Aber auch die Haut kann befallen werden (Dermatitis). Die Behandlung ist sehr aufwendig. Wenn bei einem Hund Tbc nachgewiesen wurde, muss die gesamte Hausgemeinschaft sowie alle Menschen, die mit dem Hund während der Krankheit Kontakt hatte, auf Tbc untersucht werden. Daher ist die Krankheit meldepflichtig!

Auswirkungen:

Die Krankheit äußert sich vielfältig. Meist geht Fieber einher mit Problemen bei der Atmung, quälendem Husten, Mattigkeit, Abmagerung. Im fortgeschrittenem Stadium gesellen sich Erbrechen, Durchfall und Gelbsucht hinzu.

Die Prognose bei erwiesener Tbc ist schlecht.

Prophylaxe/Impfung:

Eine Impfung ist nicht möglich.

 

Salmonellose

Krankheitsgruppe:

Bakterielle Infektion

Übertragungsweg:

Rohes Fleisch oder der Kot infizierter Tiere (Tauben/Enten).

Beschreibung:

Die Krankheit tritt in erster Linie bei Geflügel auf und wird über dieses auf Hunde übertragen. Dies kann durch den Verzehr von rohem Fleisch oder durch den Kontakt mit dem Kot dieses Geflügels passieren. Eine Infektionsgefahr für den Menschen besteht kaum. Bei Hunden mit gutem Immunsystem bricht die Krankheit nicht unbedingt aus.

Auswirkungen:

Es kommt zu Brechdurchfällen, die zum Teil mit Blut vermischt sind. Weitere mögliche Erscheinungen sind Apathie, Fieber, Austrocknung des Gewebes sowie Trägheit.

Prophylaxe/Impfung:

Keine Fütterung rohen Fleisches, deren Quelle unbekannt ist. Verhinderung von Kontakten mit dem Kot von Tauben und Enten.

Eine vorbeugende Schutzimpfung ist nicht möglich.

 

Wundstarrkrampf

Krankheitsgruppe:

Bakterielle Infektion. Auch Tetanus genannt.

Übertragungsweg:

Hautwunden, in denen die Bakterien eindringen.

Beschreibung:

Die in die Wunden eingedrungenen Bakterien vermehren sich und geben Nervengifte über die Nervenbahnen ins Rückenmark und ins Gehirn ab. Eine Therapie ist möglich, jedoch umständlich und aufwendig. Gelegentlich kann aber auch Tetanus bei Hunden zum Tod führen. Hunde erkranken jedoch im Vergleich zum Menschen nur sehr selten an Tetanus.

Auswirkungen:

Anfangs kommt es zu Verkrampfungen der Kopfmuskulatur. Es entsteht der Eindruck eines völlig erstarrten Hundekopfes. Da der Hund nicht mehr schlucken kann, kommt es zu starken Speichelfluß. Eie Ernährung ist nur noch über Sonden möglich. Später kommt es zu permanenten Muskelkrämpfen und zu Versteifungen an allen Extremitäten. Der Hund liegt dann nur noch auf der Seite.

Prophylaxe/Impfung:

Wegen der Seltenheit der Krankheit bei Hunden wird eine Schutzimpfung in der Regel nicht durchgeführt. Möglich wäre sie nach Auskunft von Tierärzten aber.

 

Krankheiten aus den mediterranen Ländern und dem "Rest der Welt"

Leishmaniose

Krankheitsgruppe:

Parasitäre Haut- oder Organerkrankung

Übertragungsweg:

Stiche der Phlebotomus (Sandmücke).

Beschreibung:

Die L. kommt überwiegend in den mediterranen Ländern vor (Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Türkei, ex-Jugoslawien u.a.m.). Allerdings gibt es auch diesseits der Alpen bereits dokumentierte Fälle von Leishmaniose bei Tieren UND bei Menschen (Schweiz, Deutschland).

Hinweis:

Beim Menschen bezeichnet man die Erkrankung als „Kala-Azar“, „Dum-Dum-Fieber“, „Orientbeule“, „Uta“ oder „Espundia“, je nach Erreger und Herkunft. Während die Krankheit bei vielen Menschen im Mittelmeerraum kaum Auswirkungen hat, sind auf anderen Kontinenten (vor allem Afrika) zahlreiche Todesfälle zu verzeichnen. Weltweit wird die Zahl der erkrankten Menschen auf 12 Mio. geschätzt!

Ob eine Sandmücke, die einen infizierten Hund gestochen hat, beim anschließenden „Besuch“ eines Menschen diesen infizieren kann, ist bis Redaktionsschluß nicht bewiesen, aber auch nicht ausgeschlossen.

Ein Hund, der über die Sandmücke mit Leishmanien infiziert wurde, kann bereits nach wenigen Wochen aktiv daran erkranken. Er kann aber auch jahrelang ohne Ausbruch der Erkrankung leben. Dabei sind sein Immunsystem und eine möglichst stressfreie Umgebung entscheidende Kriterien.

Als weitere fiese Seite der LM. muss betrachtet werden, dass ein infizierter Hund jahrelang als Infektionsherd dienen kann, ohne selbst an der LM. zu erkranken. So wie das Fehlen von Symptomen keine Garantie für den gesunden Zustand des Tieres ist, beweist im Umkehrschluss ein Antikörper-Titer nicht das Vorhandensein einer LM. Ein angezeigter Leishmaniose-Titer kann im Grenzbereich 1:20 bis 1:200 auch durch andere Umstände angezeigt sein.

Eine klare Diagnose kann durch die Kombination aus Antikörpernachweis („ELISA-Test“), einem großen Blutbild und einer Eiweißelektrophorese erwirkt werden. Noch sicherer ist der Erregernachweis aus einem Lymphknotenpunktat.

Der so genannte „Schnelltest“ gilt dagegen als sehr unsicher; das Ergebnis sollte keinesfalls als definitiver Negativnachweis betrachtet werden. Bei sehr vielen Tiere, die aus dem Ausland eingeführt werden, wird (wenn überhaupt) lediglich der Schnelltest durchgeführt.

Auswirkungen:

Die Symptome sind länderspezifisch unterschiedlich. Das heißt, dass sie zwar sehr vielfältig, aber durchaus eingrenzbar sind, sofern bekannt ist, aus welchem Land der Hund kommt. Das Problem ist, dass viele Tierärzte und Tierhalter die Symptome einer LM nicht richtig zuordnen können, weil sie zu wenig über die Krankheit wissen oder der Besitzer dem Tierarzt nicht darauf hinweist, dass der Hund aus einem epidemischen Gebiet kommt.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden Knochenmark, Nieren, Leber und Milz des Hundes von Leishmanien befallen und in Mitleidenschaft gezogen. Das Immunsystem wird sehr stark beansprucht. Als Ergebnis dieses massiven Eingriffs in die Organe kommt es oftmals zu Nierenversagen.

Die Therapie ist nur im Anfangsstadium wirklich sinnvoll und Erfolg versprechend. Sie kann jedoch sehr teuer werden, ist sehr aufwendig und meist mit großen Strapazen für den Hund (Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen etc.) verbunden. Soll eine Therapie Erfolg haben, bedeutet das ein starkes Engagement der Menschen, die mit dem Hund leben. Der Alltag wird oftmals wesentlich beeinflusst. Auch auf peinlichste Hygiene muss geachtet werden!

Vorsicht ist bei Kindern sowie immunschwachen Personen geboten.

Hunde, bei denen die Krankheit bereits fortgeschritten ist, sollten euthanasiert werden.

Wichtige Hintergrundinformationen:

Kein Tierheim in Italien kann sich eine Therapie von LM-Hunden leisten. Es ist zudem nicht realisierbar, die positiven Hunde flächendeckend vor dem Zwischenwirt Sandmücke zu schützen. Aber nur das kann die Ansteckung gesunder Hunde verhindern. Von daher halten wir in Italien die Euthanasie von LM-positiven Hunden für den einzig sinnvollen Weg. Eine Therapie wäre von vornherein sinnlos!

Aber auch in Teilen Baden-Württembergs wurde die Sandmücke bereits nachgewiesen. Das allein ist nicht tragisch. Problematisch wird es aber, wenn die Sandmücke einen nach Deutschland eingeführten LM-Hund sticht und somit zum Risiko für andere, bislang gesunde Hunde wird. Gerade „deutsche“ Hunde haben bei einer LM-Infektion eine viel geringere Chance, diese zu überleben. Somit wird der ohnehin an der Krankheit leidende Hund auch zum Infektionsherd für andere, bislang gesunde Hunde!

Aus diesem einfachen Grund lehnen wir die Einfuhr von LM-pos. Hunden kategorisch als verantwortungslos gegenüber unseren gesunden Hunden ab!

Auch „urlaubende“ Hunde sind somit gefährdet. Wer also seinen Vierbeiner mitnimmt, sollte sich vorher unbedingt darüber informieren, ob sein Urlaubsziel zu den epidemischen Gebieten gehört. Wenn ja, kann bei Beachtung einiger Regeln (s. nächster Absatz) nichts passieren.

Prophylaxe/Impfung:

Der Hund kann mit dem Medikament „ExSpot“ und einem „Scalibor“-Halsband (ähnlich wie ein Flohhalsband, allerdings mit einem anderen Wirkstoff versehen, Hersteller ist die Fa. Intervet) recht wirksam gegen Stiche der Überträgermücke geschützt werden. Dieses Halsband sollte der Hund in betroffenen Gebieten in jedem Fall während der Flugperioden der Mücke tragen!

Dabei ist zu beachten, dass auch klinisch erfolgreich therapierte Hunde immer noch ein Infektionsreservoir darstellen (Prof. Dr. Deplazes, Uni Zürich).

Sie wollen wissen, ob Ihr Urlaubsgebiet gefährdet ist? Sprechen Sie uns an! Wir helfen Ihnen weiter!

Es gibt keine Impfung.

Was wir tun:

Am Tag der Ankunft wird, neben einer genauen Allgemeinuntersuchung, ein Schnelltest durchgeführt. Gleichzeitig wird jedoch das Gesamteiweiß bestimmt und eine Blutprobe genommen. Mit Hilfe dieser Blutprobe wird ein ELISA-Test in Auftrag gegeben.

Bei Hunden mit unklaren Ergebnissen (z.B. erhöhtem Gesamteiweiß, Symptomen, aber negativen Ergebnis oder bei Ergebnissen im Grenzbereich) wird eine Eiweißelektrophorese durchgeführt.

Hunde, die nicht eindeutig negativ sind, werden 6 Monate lang weiter beobachtet. Nur, wenn während dieser Zeit die Antikörpertests und die Elektroeiweißphorese eindeutig negativ sind, wird der Hund zur Vermittlung bzw. zur Ausfuhr nach Deutschland freigegeben.

Außerdem testet die LPA auf Ehrlichiose (Antikörpertest).

Da Herzwürmer nur im Norden Italiens (Po-Ebene) vorkommen und Babesiose in den 15 Jahren des Bestehens der LEGA PRO ANIMALE in unserem Tierheim nie aufgetreten ist, werden diese Krankheiten nur im konkreten Verdachtsfall genauer untersucht.

Noch was:

Die Erforschung der Leishmaniose ist ein in der Wissenschaft und Veterinärmedizin sehr intensiv diskutiertes Gebiet. Jeder Hinweis kann daher der Entwicklung wirkungsvoller Therapien förderlich sein. Sollte Ihr Tierarzt Leishmaniose diagnostizieren, so bitten Sie ihn, diese Info an folgende Stelle weiterzuleiten:

Institut für Veterinärparasitologie

Der Justus-Liebig-Uni in Gießen

Herrn Dr. Bauer oder Herrn Prof. Zahner

Tel.: 02641/9938461

Übernahme eines Leishmaniose-positiven Hundes?

In Anbetracht der Risiken für Mensch und Tier, die von der Leishmaniose ausgeht und der sehr unsicheren Prognose bei einer Therapie rate ich von der Übernahme eines Leishmaniose-positiven Hundes strikt ab!

 

Babesiose oder Piroplasmose

Krankheitsgruppe:

Parasitäre Viruserkrankung

Übertragungsweg:

Zecken

Beschreibung:

Diese Krankheit kommt weltweit vor. Auch in Deutschland wurde sie zwischenzeitlich festgestellt (Freiburg, Regensburg, München). Auch in den mediterranen Ländern und in grenznahen Regionen zur Schweiz und zu Österreich sind schon Babesien aufgetreten.

Die Inkubationszeit beträgt 10 - 20 Tage. Die Parasiten vermehren sich in den Roten Blutkörperchen und zerstören sie dadurch (=> Hämolyse). Erste Symptome sind: Mattigkeit, Fieber, Blut im Urin, Nierenversagen, Gelbsucht. Die Krankheit tritt schubweise auf. 

Babesien können in den Roten Blutkörperchen nachgewiesen werden.

Eine medikamentöse Behandlung ist möglich, aber sehr aufwendig (Transfusionen und Chemotherapie).

Auswirkungen:

Die Symptome sind vielseitig: Mattigkeit, Schwäche, zum Teil hohes Fieber, blasse Schleimhäute, rot- bis grünbraunem Harn, Leber- und Milzvergrößerung. Selten kann es zu Todesfällen kommen (hiervon sind besonders Tiere mit naturgemäß schwachem Immunsystem betroffen, also Jungtiere, kranke oder geschwächte Tiere).

Prophylaxe/Impfung:

Prophylaktisch ist eine ordentliche Zeckenbekämpfung ungeheuer wichtig. Es gibt bereits Impfstoffe, die aber leider nicht besonders zuverlässig und in Deutschland leider nicht erhältlich sind.

Wichtig zu wissen:

Die Erkrankung kommt mitunter bei Tieren vor, die aus Südeuropa nach Deutschland eingeführt werden. Daher sollten Tiere aus dieser Region unbedingt vorher zuverlässig auf diese Krankheit hin getestet worden sein!

 

Ehrlichiose (Rikettsiose)

Krankheitsgruppe:

Immunschwächekrankheit.

Übertragungsweg:

Zecken. Winzige Einzeller befallen die weißen Blutkörperchen und lösen damit die Immunschwäche aus.

Beschreibung:

Die Ehrlichiose ist in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Afrikas und der Mittelmeerländer eine weit verbreitete Krankheit. Verschiedene Quellen geben den Deutschen Schäferhund als besonders empfindlich für diese Krankheit an.

Auswirkungen:

Erstes Symptom ist oft Müdigkeit. Die Krankheit beginnt dann recht massiv mit Fieberschüben bis 41°C, Appetitlosigkeit und Atemnot. Der Hund neigt zu Blutungen, Anämie. Auch Ödeme und eine Arthritis kann auftreten. Außerdem sind die Lymphknoten geschwollen. In schweren Fällen kann es zur Überempfindlichkeit bei Berührungen, Krampfanfällen, Muskelzuckungen, Lähmungserscheinungen vorzugsweise in der Hinterhand und zu Gelenkentzündungen kommen.

Sekundärinfektionen können dann zu eitrigem Nasen- und Augenausfluss und Durchfall führen.

Nach 1 ½ bis 4 Monaten kommt es entweder zur Heilung oder es entwickelt sich eine chronische Phase, wenn das Immunsystem des Tieres nicht in der Lage ist, die Ehrlichien zu eliminieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Behandlung stattgefunden hat oder nicht. Aber: Je rechtzeitiger die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Wissenschaftlich unklar ist derzeit noch, inwieweit der konstante Nachweis eines Ehrlichiose-Titers ohne Symptome eine Gefahr für weitere Ausbrüche der Krankheit oder ein Infektionsrisiko für andere Hunde darstellt. Nachgewiesen wurden derartige Fälle allerdings nur selten.

Prophylaxe/Impfung:

Einzig sinnvolle Prophylaxe ist ein wirksamer Zeckenschutz. Befragen Sie hierzu Ihren Tierarzt.

Regelmäßige Kontrolle des Hundes und die Entfernung von Zecken sind in den Mittelmeerländern unerlässlich.

Einen Impfstoff gibt es nicht.

Wichtig zu wissen:

Wenn Ehrlichiose nachgewiesen wurde, sollte auch auf Babesiose hin untersucht werden, da dieselbe Zecke auch diese Krankheit überträgt.

Die Erkrankung kommt besonders oft bei Tieren vor, die aus Südeuropa nach Deutschland eingeführt werden. Daher sollten Tiere aus dieser Region unbedingt vorher zuverlässig auf diese Krankheit hin getestet worden sein!

 

Lyme-Borreliose

Krankheitsgruppe:

Bakterielle Infektion.

Übertragungsweg:

Zecken

Beschreibung:

Die Zeckenart ist vor allem zwischen März und Oktober und hauptsächlich in Feuchtigkeitsgebieten aktiv. Nach dem Stich dauert es ca. 24 Stunden, bis die Bakterien in den Hund eindringen.

Auswirkungen:

Entzündungen der Gelenke, Fieberschübe, Lethargie, Fressunlust und als Folge Gewichtsverlust sind nur einige der vielen möglichen, aber leider unspezifischen Symptome. Aufgrund der vielen möglichen Querzuordnungen müssen auch andere Krankheiten in Betracht gezogen werden.

Ein Nachweis kann entweder über einen Immunfluoreszenztest, serologischen Test oder einen Polymerase-Kettenreaktions-Test (BCR-Test) erfolgen.

Eine Therapie ist möglich, aber verläuft oftmals sehr unbefriedigend. Außerdem ist der Hund nur in seltenen Fällen danach frei von Erregern.

Prophylaxe/Impfung:

Einzig sinnvolle Prophylaxe ist ein wirksamer Zeckenschutz (ggf. mit Scalibor-Halsband). Befragen Sie hierzu Ihren Tierarzt.

Regelmäßige Kontrolle des Hundes und die Entfernung von Zecken sind in den Mittelmeerländern unerlässlich.

Einen Impfstoff gibt es nicht.

 

Dirofilariose (Herzwürmer)

Krankheitsgruppe:

Herzwurmerkrankung

Übertragungsweg:

Stechmücken

Beschreibung:

Die Dirofilariose ist eine parasitäre Herzerkrankung. Sie wurde in Amerika und in den mediterranen Ländern Südeuropas nachgewiesen. Erreger der Krankheit sind die Larven der Herzwürmer. Diese Parasiten lassen sich im Herz oder in großen Gefäßen nieder.  

Auswirkungen:

Symptome sind Leistungsabfall, Unlust, Husten, Atemnot, Herzrasen. Die Filarien sorgen für die Verstopfung der ableitenden Lungenarterien. Folge: Erhebliche Lungenbeschwerden, Einschränkung der Herzfunktion und damit dauerhafte Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems.

Der direkte Nachweis erfolgt durch eine mikroskopische Untersuchung des Kapillarausstrichs.

Prophylaxe/Impfung:

Gebiete meiden, in denen sich Stechmücken vermehrt aufhalten (Feuchtgebiete, Flüsse etc.)

Eine Impfung ist nicht möglich.

Wichtig zu wissen:

Die Erkrankung kommt besonders oft bei Tieren vor, die aus Südeuropa nach Deutschland eingeführt werden. Daher sollten Tiere aus dieser Region unbedingt vorher zuverlässig auf diese Krankheit hin getestet worden sein!

 

KATZENKRANKHEITEN

Tollwut

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung

Übertragungsweg:

Speichel infizierter Tiere, der über beschädigte Hautstellen in den Körper eindringt.

Beschreibung:

Nach wie vor eine der gefährlichsten Erkrankungen für Mensch und Tier. Hauptinfektionsquelle sind wildlebende Fleischfresser (Füchse). Infizierte Tiere scheiden Tollwutviren aus. Das Gefährliche ist, dass diese Tollwutviren sowohl vom Menschen auf das Tier, als auch umgedreht übertragen werden.

Auswirkungen:

Die Erkrankung befällt das Nervensystem und wandert entlang der Nervenbahnen Richtung Gehirn. Dort verursacht er starke Charakterveränderungen, die sich in unterschiedlichster Art äußern können. Im Endstadium kommt es zu Krämpfen und Lähmungen. Besonders tückisch ist, dass zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit über einen Monat vergehen kann (je nachdem, wie weit die Eintrittsstelle vom Gehirn entfernt liegt).

Die Krankheit endet immer tödlich. Der Tod tritt innerhalb einer Woche nach Ausbruch der Krankheit ein.

Prophylaxe/Impfung:

Eine Tollwutschutzimpfung ist heute Standard. Sie ist sehr effektiv und sicher. Der Impfstoff bildet Antikörper auf ca. 3 Jahre; Tierärzte und Pharmaindustrie empfehlen jedoch die jährliche Auffrischung des Impfschutzes. Tollwutimpfungen sind zwingende Voraussetzung für Reisen ins Ausland und werden in jeder gut geführten Tierpension oder sonstigen Einrichtung gefragt. In Gebieten mit Tollwutfällen werden Tiere ohne gültigen Impfschutz von Amts wegen getötet.

 

Katzenschnupfen

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung

Übertragungsweg:

Direkter Kontakt mit anderen Katzen oder auch verunreinigte Kleidungsstücke.

Beschreibung:

Die Infektionskrankheit ist ansteckend. Bei den Erregern handelt es sich meist um Calici- oder Herpes-Viren. Aber nicht jedes Mal, wenn Ihre Katze niest, hat sie gleich einen Katzenschnupfen im medizinischen Sinne. Meist handelt es sich um Chlamydien oder relativ „harmlose“ Bakterien oder Viren, die erkältungsähnliche Symptome bei einer Katze hervorrufen. Eine Impfung ist auch für Wohnungskatzen ratsam, denn auch der Mensch kann zum Beispiel über seine Schuhe den Erreger in die Wohnung einschleppen. Ausgelöst wird die Krankheit oft durch Stressfaktoren wie Umgebungswechsel, Zuchten, Unruhe in der Umgebung, oder Veränderungen im lieben Tagesrhythmus der Katze.

Auswirkungen:

Nach wenigen Tagen Inkubationszeit treten Niesen, Augen- und Nasenausfluss, der später eitrig wird und Fieber auf. Typisch ist starkes Speicheln. Die Katze wird apathisch und verweigert die Futteraufnahme. In schlimmen Fällen können die Schleimhäute angegriffen sein, Hornhauttrübungen bis zur Blindheit (Nickhautvorfall), Bronchitis oder Lungenentzündung auftreten. In ganz schlimmen Fällen kann das Tier innerhalb weniger Tage sterben. Dies tritt vor allem bei wildlebenden Jungtierbeständen auf, deren Immunsystem nicht ausreichend für diese Krankheit gerüstet ist.

Prophylaxe/Impfung:

Die Impfung gegen Katzenschnupfen ist heute gängige Praxis. Sie ist die beste Methode zur Vorbeugung der Krankheit, wenngleich auch nicht 100 % sicher.

 

Katzenseuche / Panleukopenie

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung (Parvo-Virus)

Übertragungsweg:

Direkter Kontakt mit erkrankten oder bereits geheilten Katzen oder indirekt über Gegenstände (Kleidung, Schuhe etc.). Daher hochgradig gefährlich auch für Tiere, die nur in der Wohnung gehalten werden!

Beschreibung:

Hochgradig ansteckende Infektionskrankheit! Besonders gefährdet sind die Tiere, wenn sie in Räume mit vielen Katzen oder hohem Katzendurchlauf kommen, sofern nicht sichergestellt ist, dass alle Tiere geimpft bzw. erregerfrei sind. Da der Erreger aber auch über „Dritte“ (also z.B. über Ihre Kleidung) in die Wohnung gelangen kann, sind auch nur in der Wohnung gehaltene Tiere gefährdet. Man sollte sich also nicht mit dem Gedanken trösten: „Mein Tier ist nur in der Wohnung, da kann nichts passieren.“ Die Krankheit kann bei Katzen jeden Alters aufkommen, besonders gefährdet sind jedoch Jungtiere wegen ihrer meist noch nicht voll ausgeprägten Immunabwehr.

Der Virus gilt als sehr widerstandsfähig und bleibt daher selbst nach Heilung über Monate hinweg infektiös und damit gefährlich für andere Tiere.

Auswirkungen:

Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Unwohlsein und einem schlechten Allgemeinbild. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu Untertemperatur (manchmal auch extremen Schwankungen zwischen Fieber und Unterkühlung), Anämie, Dehydration, Kollabieren und dann zum Tod. Wegen der Symptome wird die Katzenseuche mitunter mit Vergiftungserscheinungen verwechselt; da die Behandlung jedoch völlig anders ansetzt, sind dies meist entscheidend verlorene Tage bei der Behandlung der Seuche. Der Anteil der Katzenseuche an den Krankheiten mit Todesfolge beträgt ca. 80 %!

Prophylaxe/Impfung:

Die Impfung gegen Katzenseuche gilt als sicher und ist heute gängige Praxis. Sie ist hochwirksam und effektiv.

 

Leukose (FeLV – Feline Leukämie-Virus) / Katzenleukämie

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung (Retrovirus)

Übertragungsweg:

Nach vorherrschender Meinung im direkten Kontakt Katze ó Katze über Ausscheidung von Körperflüssigkeiten. Es gibt aber auch andere Meinungen.

Beschreibung:

Wie die Seuche ist auch FeLV eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit. Das tückische an FeLV ist ihr schleichender Verlauf. Die Katze kann über Jahre FeLV-positiv sein, ohne dass die Krankheit ausbricht. Zum Vergleich: Auch ein Mensch kann jahrelang einen Tumor in sich tragen und stirbt mit 80 an Herzinfarkt. Leider ist FeLV im Gegensatz zum Tumor beim Menschen jedoch in diesem Zustand infektiös für andere Tiere, die sehr schnell daran erkranken und sterben können.

Da der Leukosevirus von einem Tier mit intaktem Immunsystem und guter Konstitution durchaus eliminiert werden kann, ist die Dunkelziffer sehr hoch. Dieser „Selbstheilungseffekt“ bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass vor allem Tiere erkranken, die Stressfaktoren ausgesetzt sind. Damit sind, ähnlich wie bei der Leukose, neben krankheitsanfälligen Tieren vor allem Katzen gefährdet, bei denen sich der Rhythmus plötzlich ändert (z.B. Aufnahme in ein Tierheim/eine Pflegestelle, Umzug, neue oder Verlust von einem „Mitbewohner“, Zuchten o.ä.) oder wo das Immunsystem (nicht) ausreichend ausgeprägt ist (Jungtiere).

Die Diagnose erfolgt mittels eines serologischen ELISA-Bluttests.

Während auf dem Land max. 1 von 10 Katzen infiziert sind oder waren, haben in dicht besiedelten Gebieten 7-8 von 10 Katzen den Erreger in sich (gehabt)! Ob dies durch das nicht unbedingt immer artgerechte Umfeld und den damit verbundenen Stressfaktoren zu tun hat, vermag niemand zu beweisen. 

Auswirkungen:

Neben dem beschriebenen schleichenden Verlauf der Erkrankung ist ein weiteres charakteristisches Merkmal, dass es keine klare Charakteristik gibt.

Aufschluss kann aber eine Blutuntersuchung geben, wenn es sich um den FeLV-Typ C handelt und gleichzeitig der Typ A vorhanden ist. Dann nämlich lässt sich die Form der Blutarmut (Anämie) nachweisen. Dies gilt aber nicht dann, wenn sich die Katze in der Phase der latenten Infektion befindet, denn hier ist der Virus quasi im Knochenmark eingeschlossen.

Eine weitere Möglichkeit, dass es sich um Leukämie handelt, besteht dann, wenn sich Tumore an verschiedenen Organen bilden. Dann kann es sich um das Vorhandensein des FeLV-Typs B handeln, sofern auch gleichzeitig Typ A vorhanden ist. Dies muss natürlich nicht zwangsläufig die Diagnose „Leukämie“ bedeuten, aber man darf es eben auch nicht außer Acht lassen. Wenn zu den oben beschriebenen Diagnosen noch Symptome wie schlechte Konstitution, leichte Fieberschübe oder erhöhte Temperatur, Zahnfleischentzündungen, chronische Durchfälle, geschwollene Lymphknoten und starker Durst hinzukommen, dann sollte man jedoch ernsthaft das Vorhandensein einer Leukose in Erwägung ziehen.

Als Folge einer Leukose kann es wegen des geschwächten Immunsystems oftmals zu Katzenschnupfen oder Katzeseuche kommen.

Nach Ausbruch der Krankheit sterben die Tiere meist innerhalb von wenigen Jahren. Eine Erfolg versprechende Behandlung ist fast aussichtslos. Es empfiehlt sich jedoch, eine Stärkung des Immunsystems anzustreben. Hier bietet vor allem die  Alternativmedizin verschiedene Möglichkeiten an, auf die ich hier aber nicht näher eingehen will.

Prophylaxe/Impfung:

Seit einiger Zeit gibt es Impfstoffe gegen Leukose. Diese haben eine Schutzwirkung von ca. 80 %. Angesichts der Dramatik dieser Krankheit sollte man diese Impfung ins Auge fassen. Wichtig: Vorher sollte das Tier negativ auf Leukose getestet worden sein, denn impft man in eine bestehende Infektion hinein, kann dies den Ausbruch der Krankheit beschleunigen!

 

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung (Corona-Virus)

Übertragungsweg:

Der Corona-Virus wird direkt von Katze zu Katze übertragen. Er kann aber auch über Gegenstände aus dem direkten Umfeld des infizierten Tieres auf ein anderes Tier übertragen werden.

Beschreibung:

Der an sich harmlose Corona-Virus mutiert erst durch spontane Veränderungen des genetischen Materials zum gefährlichen FIP-Virus. Diese Mutation entsteht wie so oft durch Stresssituationen (Tierheim, Zuchten, Umzug, Umbauten oder Renovierung, Änderung der Bezugspersonen etc.), bei Jungtieren und chronisch kranken sowie Tieren mit allgemein schlechter Konstitution. Wie bei FeLV können auch bei FIP Jahre zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen.

Es gibt zwei verschiedene Formen von FIP: Die trockene und die feuchte FIP. Ihr  Nachweis ist eine sehr schwierige Aufgabe. Der Tierarzt wird verschiedene Blutuntersuchungen vornehmen, u.a. auch einen Coronavirus-Test anfordern. Beweist dieser Test das Vorhandensein von Antikörpern, ist das jedoch nicht gleichbedeutend mit der Diagnose FIP! Grund: wie oben beschrieben, sind die Corona-Viren an sich harmlos; nur können sie im Labor nicht von den zu FIP-Viren mutierten Erregern getrennt werden!

Untersuchungen zufolge tragen bzw. trugen 50 % aller Katzen Coronaviren in sich.

Auswirkungen:

Erste Anzeichen wie Fressunlust werden meist nicht bemerkt. Auffällig sind jedoch die dann auftretenden Wasseransammlungen im Bauch (möglicher Querverdacht auf Bauchwassersucht!) und trotzdem eine zunehmende Abmagerung im Gesamtbild. Spätestens jetzt sollte der Tierarzt konsultiert werden.

Da es keine wirksamen Behandlungsmethoden gegen FIP gibt und die Krankheit immer einen tödlichen, oft sehr schmerzhaften Verlauf hat, wird der Tierarzt bei gesicherter Diagnose FIP das Einschläfern des Tieres empfehlen.

Prophylaxe/Impfung:

Neuerdings gibt es einen Impfstoff gegen FIP, der nasal verabreicht wird. Jedoch ist er völlig sinnlos, wenn er bei Katzen eingesetzt wird, die bereits Kontakt mit Coronaviren haben. Auch sonst ist die Schutzwirkung umstritten; viele Veterinäre raten daher von einer Impfung ab.

Der Ausbruch kann durch die Vermeidung von Stresssituationen und das Eingehen auf die Bedürfnisse der Katze (ruhiger, gleichmäßiger Tagesrhythmus) vermieden werden. Das Katzenklo sollte regelmäßig gereinigt werden (1-2 x täglich).

Gesunde Tiere müssen konsequent von infizierten Katzen getrennt werden (Achtung: Übertragungsweg Kleidungsstücke beachten!). Infizierte Tiere dürfen keinen Nachwuchs mehr bekommen, da der Coronavirus über die Muttermilch übertragen wird.

Infizierte Räume können mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln wirksam gereinigt werden; um Restbestände des Virus jedoch wirksam abdämpfen zu lassen, empfiehlt sich, trotz Desinfektion mit einer Neubesetzung des Raumes ein paar Wochen zu warten.

 

FIV (Feline Immundefizienz-Virus – „Katzen-Aids“)

Krankheitsgruppe:

Viruserkrankung (Immunschwäche-Virus).

Übertragungsweg:

Speichel und Blut, die über verletzte Haut eindringen.

Beschreibung:

Nach der Übertragung des Virus vermehrt sich dieser munter in den Zellen und zerstört diese. Folge: Das Immunsystem wird geschwächt. Viren aller Arten, Bakterien und Parasiten haben so kaum mehr Abwehr zu erwarten und können sich ungehindert vermehren.

Auswirkungen:

Als Folge der oben beschriebenen Symptomatik kann eine Katze, bei der FIV ausgebrochen ist, nicht sofort als solche erkannt werden. Je nachdem, welcher Schädling zunächst am meisten Unheil angestellt hat, sind Symptome wie Nasenausfluss, Bindehautentzündung, Zahnfleischentzündungen, Fieber, Durchfall o.ä. möglich. Vielfach wird zunächst auf Katzenschnupfen behandelt.

Prophylaxe/Impfung:

Der Nachweis wird entweder über einen so genannten ELISA-Test (mit Serum!) oder, noch besser, über einen WESTERN-BLOTT-Test geführt. Anhand einer serologischen Untersuchung des Blutes kann der Nachweis über das Vorhandensein von FIV-Antikörpern geführt werden.

Die beste Prophylaxe ist ein gutes Immunsystem der Katze, was regelmäßige Impfung, gute Ernährung, Parasitenprophylaxe und seelische Ausgeglichenheit voraussetzt. Denn eine Katze, bei der FIV ausgebrochen ist, ist häufig dem Tod geweiht.

Es gibt bislang keinen verlässlichen Impfstoff gegen diese Krankheit, allerdings gibt es bereits Impfmaterialien, auf denen ein solcher Impfstoff aufgebaut werden soll. Es wird jederzeit damit gerechnet, dass ein geeigneter Impfstoff auf den Markt kommt. Fragen Sie dazu am besten Ihren Tierarzt.

Wichtig zu wissen:

Wegen der Ähnlichkeit zum menschlichen Aids-Virus wird FIV auch als „Katzen-Aids“ bezeichnet. Der Verlauf ist jedoch bei Katzen anders als beim Menschen.

Die Wissenschaft ist sich einig darin, dass „Katzen-Aids“ für Menschen ungefährlich, eine Ansteckungsgefahr also nicht gegeben ist!

 

Toxoplasmose

Krankheitsgruppe:

Parasitäre Infektionskrankheit.

Übertragungsweg:

Die Übertragung von Katze auf den Menschen erfolgt durch den Kontakt mit Kot eines infizierten Tieres (z.B. beim Reinigen der Katzentoilette, Gartenarbeiten etc.).

Gefährlich ist die Toxoplasmose eigentlich nur für Mütter, die sich während der Schwangerschaft erstmals infizieren. Erreicht der Erreger die Gebärmutter, so kann er Fehlgeburten oder schwere Krankheiten beim Kind auslösen (s. auch „Prophylaxe/Impfung“).

Beschreibung:

Der Parasit ist bei vielen Menschen und Heimtieren verbreitet und an sich harmlos. Die meisten Menschen haben in ihrem Leben einmal Kontakt mit dem Erreger gehabt und werden nach überstandener Infektion immun gegen die Erkrankung, wobei die Infektion als solche meist unbemerkt bleibt.

Prophylaxe/Impfung:

Die Katze selbst kann nicht gegen die Erreger geschützt werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass Katzen mit dem Erreger ständig in Kontakt kommen können.

Der Mensch selbst braucht ebenso keinen besonderen Schutz, da die Infektion in aller Regel völlig unauffällig erfolgt und danach eine Immunität eintritt.

Einzig werdende Mütter müssen besondere Vorsicht walten lassen, sofern der Arzt in einer Untersuchung keine Toxoplasmose-Antikörper nachweisen kann. Schwangere sollten dann den direkten Kontakt mit den Ausscheidungen von Katzen meiden und im Haus besondere Hygiene walten lassen: Tägliche Reinigung des Katzenklos (mit Einmalhandschuhen, ggf. durch Dritte), keine Gartenarbeit (oder mit Handschuhen), kein Verzehr von oder direkter Kontakt mit rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch. Um eines klar zu stellen: Es gibt absolut keinen Grund, dem „guten Rat lieber Freunde“ zu folgen, die die Abschaffung des Haustieres als einzige Garantie für ein gesundes Baby sehen!

M E H R   I N F O S    Z U    K A T Z E N K R A N K H E I T E N

Wenn Sie speziell zu Katzenkrankheiten mehr Detailinfos wünschen, dann gibt es für mich nur eine Empfehlung: www.Loetzerich.de – DIE Fachseite in Katzenfragen!

 

KATZEN- UND HUNDEKRANKHEITEN

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit oder Hyperglykämie)

Krankheitsgruppe:

Hormonstörung

Allgemeine Informationen:

Etwa 1 % aller Hunde und Katzen sind zuckerkrank. Wie beim Menschen geht man jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Besonders häufig ist die Altersdiabetes.

Bei Hunden fiel auf, dass unkastrierte Hündinnen 4 x häufiger erkranken als Rüden und bestimmte Rassen besonders oft vertreten sind (Pudel, Dackel, Terrier, Spitz).

Zusammenhänge:

Die durch die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden in Glucose umgewandelt. Diese Glucose gelangt ins Blut und ist Hauptenergielieferant für den gesamten Organismus. Für die Weiterverarbeitung der Glucose ist das Hormon Insulin zuständig. Ist zu wenig Insulin im Körper, gelangt die Glucose nicht in die Zellen, reichert sich stattdessen im Blut an und sorgt so für Diabetes mellitus.

Für die Produktion des Insulins ist die Bauchspeicheldrüse zuständig. Daher ist die Ursache für Diabetes meist in einer Minderfunktion derselben zu suchen.

Beschreibung:

Da keine Glucose in die Zellen gelangt, entsteht ein Energiedefizit. Folglich hat das Tier ein ständiges Hungergefühl. Trotzdem verliert das Tier an Gewicht und der Allgemeinzustand verschlechtert sich. Außerdem typisch: enormer Durst, folglich häufiges Urinieren (Folge eines Austrocknungsprozesses).

Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu enormen Störungen im gesamten Energiehaushalt des Tieres kommen. Wenn der Fettstoffwechsel betroffen ist, können Ketone entstehen (saure Reste), die zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Viele weitere schwere Gebrechen summieren sich und führen bis hin zum diabetischen Koma und zum Tod.

Der Normwert des Blutzuckerspiegels von 100 mg/dl (7 mmol/l) wird bei Diabetes mitunter um ein vielfaches überschritten.

Diabetes kann der Tierarzt mittels Blutabstrich genau diagnostizieren.

Eine Behandlung kann zu Hause durch die künstliche Zuführung von Insulin mittels Injektionen erfolgen.

Prophylaxe:

Eine Prophylaxe ist nicht möglich.

Wichtig zu wissen:

Ausschließlich mit dieser Materie (bezogen auf Katzen) befasst sich www.Katzendiabetes.de . Hier finden Sie auch ein Forum, in dem sich betroffene unterhalten und Tipps weitergeben können. Ich kann diese Seite nur jedem ans Herz legen – die Webmasterin hat auch mir als betroffener Tierbesitzer mit viel Zeit, Geduld und Wissen weitergeholfen!

 

IMPFUNG !!!

Wenn eine Hündin regelmäßig und sorgfältig geimpft wurde, verfügen Hundewelpen bereits unmittelbar nach ihrer Geburt über eine "Grundausstattung" von Antikörpern gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Diese wurde ihnen über die Plazenta der Mutter mitgegeben. Innerhalb der ersten drei Lebenstage erhalten die Welpen zusätzlich über die Muttermilch Antikörper, welche - mit individuellen Schwankungen - die Welpen vorläufig schützen. Ungefähr ab der 6. Lebenswoche geht dieser Schutz langsam verloren, da die mütterlichen Antikörper bis zur 14. Lebenswoche abgebaut werden.

Vor der Impfung:

Es dürfen nur gesunde Tiere geimpft werden! Ein Tierarzt untersucht das Tier vor der Impfung gründlich und befreit es, falls erforderlich, von Parasiten (Flöhe, Würmer).

Ausnahmen von diesem Schema sind im Einzelfall möglich, können aber einzig und allein vom Tierarzt verantwortet werden.

 

MEDIZINISCHE RICHTWERTE

Einige interessante Daten für den Hund:

Normale Körpertemperatur…

 ... eines erwachsenen Hundes:       37,5 – 39,4°C

 ... bei kleinen Hunderassen:            38,0 – 39,4°C

 ... bei großen Hunderassen:            38,0 – 39,0°C

 

Pulszahl ruhender…

 …kleiner Hunde:           100 – 130 Schläge/Min.

 …großer Hunde:             70 – 100 Schläge/Min.

 

Atmungszahl ruhender…

 …kleiner Hunde:            18 – 26 Atemzüge/Min.

 …großer Hunde:            14 – 22 Atemzüge/Min.

 

Verweildauer des Futters im Magen:

Erste Entleerung:               30 – 60 Min. nach Futteraufnahme

Letzte Entleerung:              6 – 8 Stunden nach Futteraufnahme

 

Läufigkeit der Hündin:

Eintritt im Alter von:             8 – 10 Monaten

Zuchtreife:                          10 – 12 Monate

Brunstzyklus:                       etwa 6 Monate

Brunstdauer:                        9 – 13 Tage

Tagezeit:                             58 – 66 Tage

Säugezeit:                            4 – 6 Wochen

Die Schleimhäute sind bei gesunden Hunden frisch rosa gefärbt.

   

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  Copyright © 2006 [N. Steins & N. Schöllhorn]
  Stand: 22. November 2007